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Posts Tagged ‘Vernetzte Bibliothek’

Neue Bibliothekskonzepte – ein Beispiel aus den Niederlanden

In Bibliotheksentwicklung, Bibliotheksorganisation on 16 Februar 2011 at 11:10

Die Openbare Bibliotheek in Amsterdam hat mit dem Umbau und ihrer Neueröffnung gleichzeitig ein völlig neues Bibliothekskonzept entwickelt. Im Zeitraum von 2004 bis 2010 wurde ein gross angelegter Veränderungsprozess konzipiert.

Die neue Bibliothek sollte ein Ort sein, an dem sich Menschen gern und lange aufhalten, weil Aktivitäten stattfinden und etwas passiert: eine Aufenthalts- und Erlebnisbibliothek.

Als weitere Massnahme wurden die Öffnungszeiten verlängert, die Bibliothek ist jetzt 7 Tage die Woche von 10-22h geöffnet und erfüllt mit ihren vielen Arbeitsplätzen und Loungebereichen die Funktion eines „Dritten Orts“ neben Wohnung und Arbeitsplatz.

Es erfolgte eine Trennung in Front Office (direkter Kundenkontakt) und Back Office. Das Back Office beherbergt die Verwaltung, wo qualitative Profile und innovative Projekte entwickelt werden, der Kontakt mit kulturellen Partnerorganisationen gepflegt wird, die umfangreiche digitale (Jugend-)Bibliothek betreut wird und grundsätzliche Vorgaben für das gesamte System erarbeitet werden.

Durch die (viel diskutierte und zunächst umstrittene) Trennung von Back und Front Office hat die Openbare Bibliotheek einen Raum für das Entwickeln neuer Projekte sowie Innovation geschaffen, die sonst neben der täglichen Routinearbeit zu kurz kommt – deshalb auch das Outsourcing bibliothekarischer Arbeiten wie Katalogisierung und Buchbindearbeiten.

Den Mitarbeitern wurde die Möglichkeit von Weiterbildungen, Teilnahme an Projekten und einem mobilen Einsatz, der ihren Neigungen und Fähigkeiten entspricht, angeboten.

Mehr Informationen zur Openbare Bibliotheek in Amsterdam finden Sie hier:BuB (Forum Bibliothek und Information) Nr. 62/ 2010: Dudek, Sarah: Die Bibliothek auf dem Weg zum „Dritten Ort“. S. 463.

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Medienkompetenz und Bibliothekspartnerschaften

In Bibliotheksentwicklung, Informationskompetenz, Kinder- und Jugendbibliothek on 30 November 2009 at 15:09

EU: Fokus auf Medienkompetenz

Über gute Medienkompetenz zu verfügen ist heutzutage ein fast schon unabdingbarer Bestandteil des täglichen Lebens. Die Europäische Kommission definiert Medienkompetenz als „grundlegende Voraussetzung für demokratische Partizipation und gesellschaftliche Verantwortung“ und stellt in einem Factsheet ihre Aktivitäten im Bereich Medienkompetenz vor. In der von der EU formulierten Definition „ist das Bewußtsein um und das Erlernen von Medienkompetenz eine grundlegende Voraussetzung für demokratische Partizipation und gesellschaftliche Verantwortung“. Um die Wichtigkeit dieser Kompetenz im Umgang mit den neuen Medien zu unterstreichen, hat die Europäische Kommission Medienkompetenz deshalb als „grundlegende und zu erlernende Fähigkeit der europäischen Bürger“ definiert. In Ländern wie Schweden, Irland und Großbritannien wurde das Erlernen von Medienkompetenz bereits in die Lehrpläne der Schulen aufgenommen, in der Schweiz ist man vielerorts daran, Konzepte zur Medienkompetenz im Unterricht zu erarbeiten.

Links dazu:

http://ec.europa.eu/avpolicy/media_literacy/docs/recom/c_2009_6464_de.pdf

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/09/1244&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en
 

Partnerbibliotheken

Das neue Projekt der IFLA-Sektion für Kinder- und Jugendbibliotheken will die Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendbibliotheken weltweit fördern. Es bietet die Möglichkeit, dass Bibliotheken aus verschiedenen Ländern Partnerbibliotheken finden, Erfahrungen in dem Bereich der Bibliotheksarbeit austauschen und gemeinsame Projekte zur Leseförderung von Kindern und Jugendlichen entwickeln. Den Umfang und die Art der Zusammenarbeit bestimmen die beteiligten Bibliotheken selbst.

Einige Beispiele für eine solche Zusammenarbeit sind:

 

– Ideen für eine kinder- und jugendgerechte Leseförderung austauschen

– Probleme aus der Praxis besprechen (z.B. Klassifikation, Aufstellungsordnung, technische und organisatorische Probleme usw.)

– Vorschläge und Lösungen für bibliothekarische Angelegenheiten aller Art diskutieren

– Informationen über gute, für Kinder und Jugendliche geeignete, Bücher austauschen

– Tipps zum Aufbau eines Buchklubs, zur Durchführung von Veranstaltungen in der Bibliothek usw. geben und erhalten

– Buchbesprechungen und -rezensionen veröffentlichen

– Trends, Neuheiten und Entwicklungen untereinander diskutieren

– u.v.m.

 

Erste Erfahrungen aus Pilotprojekten werden auf der IFLA-Konferenz in Göteborg im August 2010 vorgestellt.
 

Weiterführende Informationen, ein Anmeldeformular und eine aktuelle Liste der beteiligten Bibliotheken finden Sie unter:

http://www.ifla.org/en/node/1746