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Posts Tagged ‘Medienkompetenz’

Werbung im Internet – die „kindgerechte“ Seite als Illusion

In Uncategorized on 4 Oktober 2010 at 13:46

Kinder sind die Käufer von morgen. Dementsprechend früh werden sie von der Werbebranche umworben, um eine langjährige, treue Kundschaft aufzubauen. Denn: je früher Jungen und Mädchen auf bestimmte Produkte oder Marken festgelegt werden, desto treuer bleiben sie „ihrer“ Marke auch.

Wissend um die Gefahren des Internets, sind bei Eltern und Erziehern so genannte „kindgerechte“ Internetseiten beliebt, auf denen man Kinder scheinbar gefahrlos surfen lassen darf, ohne sich um pornografische oder gewalttätige Inhalte sorgen zu müssen.

Leider sind aber erschreckend viele dieser vordergründig so kinderfreundlichen Webseiten mehr oder weniger gut versteckte Plattformen für – Werbung!

Pop-ups, die man zuerst wegklicken muss, bevor man an den gewünschten Inhalt kommt, Bilder und Videos, die nur am Rand und in sehr kleiner Schrift als Werbung deklariert sind, Kinderseiten, die von Firmen oder Werbeagenturen gestaltet und ins Netz gestellt werden und versteckt Eigenwerbung betreiben – die Liste der Webseiten, auf denen Kinder mit Werbung in Kontakt kommen, ist lang.

Auch sogenannte Cookies sind sehr oft auf den so harmlos wirkenden Kinderseiten installiert. Nutzerprofile von tausenden von Kindern werden so gespeichert und können von der Werbeindustrie für ihre Zwecke genutzt werden.

Ebenso verhält es sich mit den vielen Gewinnspielen auf Kinderseiten. Sie scheinen oft nur einem Zweck zu dienen: so viele persönliche Daten (manchmal werden sogar Fotos der Teilnehmenden verlangt!) wie möglich zu sammeln. Vielfach muss das Kind auch zuerst einem Club beitraten, bevor es zum eigentlichen Angebot kommt.

Was tun? Es gilt, die Kinder aufzuklären, was Werbung ist, was sie bezweckt und auf welchen Wegen sie versucht, die Konsumenten zu beeinflussen. Ein Kind, das diese Grundregeln kennt, verfällt nicht mehr so leicht den (versteckten!) Einflüssen der Werbebranche und es erwirbt dabei auch gleich einen kompetenten Umgang mit Werbung im Internet (und in anderen Medien).

Claudia Kovalik

Medienkompetenz und Bibliothekspartnerschaften

In Bibliotheksentwicklung, Informationskompetenz, Kinder- und Jugendbibliothek on 30 November 2009 at 15:09

EU: Fokus auf Medienkompetenz

Über gute Medienkompetenz zu verfügen ist heutzutage ein fast schon unabdingbarer Bestandteil des täglichen Lebens. Die Europäische Kommission definiert Medienkompetenz als „grundlegende Voraussetzung für demokratische Partizipation und gesellschaftliche Verantwortung“ und stellt in einem Factsheet ihre Aktivitäten im Bereich Medienkompetenz vor. In der von der EU formulierten Definition „ist das Bewußtsein um und das Erlernen von Medienkompetenz eine grundlegende Voraussetzung für demokratische Partizipation und gesellschaftliche Verantwortung“. Um die Wichtigkeit dieser Kompetenz im Umgang mit den neuen Medien zu unterstreichen, hat die Europäische Kommission Medienkompetenz deshalb als „grundlegende und zu erlernende Fähigkeit der europäischen Bürger“ definiert. In Ländern wie Schweden, Irland und Großbritannien wurde das Erlernen von Medienkompetenz bereits in die Lehrpläne der Schulen aufgenommen, in der Schweiz ist man vielerorts daran, Konzepte zur Medienkompetenz im Unterricht zu erarbeiten.

Links dazu:

http://ec.europa.eu/avpolicy/media_literacy/docs/recom/c_2009_6464_de.pdf

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/09/1244&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en
 

Partnerbibliotheken

Das neue Projekt der IFLA-Sektion für Kinder- und Jugendbibliotheken will die Zusammenarbeit von Kinder- und Jugendbibliotheken weltweit fördern. Es bietet die Möglichkeit, dass Bibliotheken aus verschiedenen Ländern Partnerbibliotheken finden, Erfahrungen in dem Bereich der Bibliotheksarbeit austauschen und gemeinsame Projekte zur Leseförderung von Kindern und Jugendlichen entwickeln. Den Umfang und die Art der Zusammenarbeit bestimmen die beteiligten Bibliotheken selbst.

Einige Beispiele für eine solche Zusammenarbeit sind:

 

– Ideen für eine kinder- und jugendgerechte Leseförderung austauschen

– Probleme aus der Praxis besprechen (z.B. Klassifikation, Aufstellungsordnung, technische und organisatorische Probleme usw.)

– Vorschläge und Lösungen für bibliothekarische Angelegenheiten aller Art diskutieren

– Informationen über gute, für Kinder und Jugendliche geeignete, Bücher austauschen

– Tipps zum Aufbau eines Buchklubs, zur Durchführung von Veranstaltungen in der Bibliothek usw. geben und erhalten

– Buchbesprechungen und -rezensionen veröffentlichen

– Trends, Neuheiten und Entwicklungen untereinander diskutieren

– u.v.m.

 

Erste Erfahrungen aus Pilotprojekten werden auf der IFLA-Konferenz in Göteborg im August 2010 vorgestellt.
 

Weiterführende Informationen, ein Anmeldeformular und eine aktuelle Liste der beteiligten Bibliotheken finden Sie unter:

http://www.ifla.org/en/node/1746