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Können Bibliotheken in einer digitalisierten Welt überleben?

In Bibliotheksentwicklung on 25 März 2011 at 12:20

Dies fragen sich in einem kürzlich erschienenen Artikel diverse Bibliotheksfachpersonen aus England und diskutieren den Gebrauch und die Ausleihmodalitäten von e-books in englischen Bibliotheken.

Kritisiert wird vor allem das „26-use“ Ausleihmodell des HarperCollins Verlags in den USA, das schon bald auch in Grossbritannien zur Anwendung kommen könnte. Die Ausleihlizenz eines e-book-Titels wird auf 26 Ausleihen beschränkt, da dies laut Verlag die durchschnittliche „Lebensdauer“ eines normalen Buches sei. Fachpersonen und BibliothekarInnen halten dagegen, dass Taschenbücher jedoch bis zu 40-Mal ausgeliehen werden können und gebundene Ausgaben sogar noch öfter.

Es stellt sich aber auch die Frage: Wenn alle e-books unbeschränkt und jederzeit für alle zugänglich wären, warum sollten die LeserInnen dann überhaupt noch Bücher kaufen? Oder noch in die Bibliothek gehen, wenn doch die e-books bequem von zu Hause aus heruntergeladen und gelesen werden können?

Als Argumente für den Gang in die Bibliothek führen die Experten ins Feld, dass Bibliotheken auch noch weitere Funktionen erfüllen. Sie existieren, um Wissen zu sammeln, für die Nachwelt zu erhalten und dieses kostenlos für alle zugänglich zu machen. Ausserdem stellen Bibliotheken als wichtiger Teil der Gesellschaft und der „community“ offene und geschützte (Arbeits-)Räume zur Verfügung, in denen Wissen geteilt und kreiert wird und wo es wachsen kann.

Die digitalen Medien stellen eine Chance dar für diejenigen Personen, denen es aus verschiedensten Gründen nicht möglich ist, selber in die Bibliothek zu gehen.

Der ganze Artikel (in englisch) ist zu finden unter: http://news.bbc.co.uk/2/hi/programmes/click_online/9421996.stm

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