Immer mehr Kinderbücher werden neuerdings auch als E-Books für den iPad sowie als Apps für Mobiltelefone verkauft. Die vielen interaktiven Elemente (Geräusche, wenn man auf dem Bildschirm auf einen Gegenstand oder ein Tier tippt; Sterne, die plötzlich aufleuchten; Bälle, die gekickt werden können usw.) haben zwar oft nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun, machen aber den Kindern richtig Spass.
Kritiker monieren zwar, dass die vielen interaktiven Extras und Spielelemente das Kind vom Lesen abhalten, das Timing der Geschichte negativ beeinflusse und die Story selbst dadurch in den Hintergrund gerate. Dieses Multitasking schule die Wahrnehmung nicht, sondern schmälere im Gegenteil die Konzentration.
Meiner Meinung nach sind die Kinder aber solches Multitasking schon längst gewohnt und verlangen sogar danach. Ausserdem motivieren die interaktiven, auf dem iPad abrufbaren Bücher und Geschichten auch lesefaule und –ungeübte Kinder, es einmal mit einem Buch zu versuchen.
Sehr sinnvoll und motivierend finde ich die in allen E-Books eingebauten Vorlesefunktionen. Das Kind kann sich die Geschichte entweder von einer Computerstimme vorlesen lassen, oder, wie z.B. beim Titel „Philipps Wunsch“ von Woody Miller, seine eigene Stimme aufnehmen. Natürlich kann aber auch „ganz klassisch“ ein Elternteil die Rolle des Vorlesers übernehmen. So wird auf spielerische Weise das Lesen gefördert und es werden höchstwahrscheinlich auch bisher vom Lesen wenig begeisterte Kinder erreicht. Mittelfristig werden Kinder-E-Books nicht mehr vom Markt wegzudenken sein.
Ausführliche Besprechungen der Kinderbuch-Apps und E-Books finden Sie hier:
- bjl (Bulletin Jugend & Literatur), 2/2011, S. 18-21.
- eselsohr (Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedien), 2/2011, S. 27.
- eselsohr (Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedien), 3/ 2011, S. 24-25.
- http://www.boersenblatt.net/434112/?t=newsletter
Claudia Kovalik