Monatlich erscheint die Fachzeitschrift „Bulletin Jugend & Literatur“. In der neuesten Ausgabe von Januar 2009 findet sich ein interessanter Artikel für all jene, die den Bestand an Kinder- und Jugendbelletristik zu historischen Themen erneuern oder aufbauen wollen.
Alexandra Ernst nimmt in ihrem umfassenden Beitrag Bezug auf neueste historische Kinder- und Jugendromane. In den von ihr zusammengestellten Rubriken („Mysterium“, „starke Frauen“, „andere Religionen“, „Toleranz“, „Reisen“, „High Society“, „Reihen“ und „Leidenschaft“) stellt sie gelungene und weniger gelungene Werke von verschiedenen Autoren vor. Kritisch beleuchtet sie die sich abzeichnende Entwicklung einer zunehmenden Vermischung von Fantasy und historischem Roman. Für das Verfassen eines historischen Romans muss ein Autor recherchieren und Hintergrundinformationen wie Kleidung, Umgebung, Politik, Verhalten usw. zusammentragen. Diese Fakten gilt es dann, in die Romanhandlung einfliessen zu lassen. Fantasyromane hingegen verlangen nicht nach einem genauen historischen Kontext. Ihre Unschärfe wird mit einem Plus an Abenteuer, Action und Romantik kaschiert. Dank ihrer pointierten Rezensionen gelingt es Ernst, die Schwachstellen einiger historischer Kinder- und Jugendromane exemplarisch aufzuzeigen.
Sabine Bachofner