Öffentliche Bibliotheken bieten Kindern und Erwachsenen viel: Veranstaltungen, Lesungen, Leseanimation und Führungen, nur um einige zu nennen. Um die Zielgruppe Jugendliche hingegen bemühen sich öffentliche Bibliotheken (noch) wenig. Sie werden vielerorts als mühsam und als nicht einfach zufriedenzustellen empfunden. Die Jugendlichen wiederum fühlen sich in ihren (Medien-) Interessen nicht ernst genommen, wie Jochen Dudeck von der Kommission der Kinder- und Jugendbibliotheken in der Mai-Ausgabe des BuB (S. 392) erklärt.
Um ein Konzept für Jugendbibliotheken zu entwickeln, fand am 4. Leipziger Bibliothekskongress eine Zukunftswerkstatt zum Thema „Die Jugendbibliothek des 21. Jahrhunderts“ statt. Nachfolgend fasse ich die wichtigsten Fragen und Themen zusammen, die als Anregung für eigene, weiterführende Gedanken und Projekte zum Thema „Jugendliche in der Bibliothek“ dienen können:
- Mit welchen Angeboten (Medien, Dienstleistungen usw.) können wir die Zielgruppe Jugendliche erreichen?
- Wie sollten innovative Bibliotheksräumlichkeiten für Jugendliche aussehen?
- Wie stellen wir uns in Zukunft eine Beteiligung der Jugendlichen in der Bibliothek vor?
- Soll die Jugendbibliothek einfach ein etwas anderes Jugendzentrum sein?
- Sollen Beratungsangebote (Berufsberatung usw.) integriert werden? Wenn ja, welche?
- Wie weit sollen die Öffnungszeiten angepasst werden? Bis 22h an Wochenenden?
Eine interessante Schlussfrage, die am Kongress ebenfalls aufgeworfen wurde, war:
- Ist eine Beziehung bei aller gegenseitigen Wertschätzung auf Augenhöhe wirklich möglich?
Unter der folgenden Adresse kann die aktuelle Diskussion verfolgt und auch aktiv mitgeredet werden:
http://jugendbibliothek21.wordpress.com/
Claudia Kovalik